"ICH LASSE MICH NICHT BEHINDERN"
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Portrait MARKUS REHM
Geburtstag / Geburtsort
22.08.1988, Göppingen
Größe / Gewicht
1,85 m / 75 kg
Disziplinen
Weitsprung
Startklasse
T 64 seit 01. Jan. 2018 (ehemals T 44)
Verein
TSV Bayer 04 Leverkusen
Vereinszugehörigkeit
seit 2008
Vorheriger Verein
TG Reichenbach u. R.
Trainer/in
Steffi Nerius
Hobbys
Wakeboarden, Snowboarden
Sonstiges
Deutscher Vize-Jugendmeister 2005 im Wakeboarden
Was geschah? - Der Sportunfall
Es war ein Sonntag im Jahrhundertsommer 2003, der 10. August, um genau zu sein.
Dann passierte es. Ich hatte einen Sprung von Welle zu Welle versucht, aber dabei die Kontrolle verloren. Ich musste die Zugleine loslassen und tauchte langsam mit meinem Board ins Wasser ein. Alles schien in Ordnung – bis ich plötzlich das Geräusch eines anderen Boots hörte, das in meine Richtung kam. Noch heute habe ich die Bilder im Kopf: Meine verzweifelten Versuche, dem Boot zu entkommen. Aber es war zu spät. Das Boot übersah mich und überfuhr mich.
Ich spürte, wie meine Beine und das Wakeboard in die Schiffsschraube gerieten. Es war ein Moment, der alles veränderte. Sofort wurde Hilfe gerufen, und ich wurde in die Universitätsklinik nach Würzburg gebracht. Die Ärzte kämpften stundenlang darum, meine Beine zu retten. Doch nach drei Tagen stand fest: Mein rechtes Bein musste unterhalb des Knies amputiert werden, weil eine schwere Blutvergiftung mein Leben bedrohte.
Doch trotz der Entfernung von fast 190 Kilometern zu Hause war ich nicht allein. Freunde, Bekannte und sogar Mitschülerinnen besuchten mich regelmäßig. Ihre Besuche brachten Ablenkung und machten die Tage ein Stück heller. Ihr Mitgefühl und ihre Unterstützung halfen mir, in diesen schweren Zeiten nicht den Mut zu verlieren. Es waren diese kleinen Momente, die mir Hoffnung gaben, dass mein Leben – auch wenn es jetzt anders war – wieder Freude und Ziele bereithalten würde.
Die ersten Sportversuche nach meiner Amputation
Doch es war nicht einfach. Die größte Herausforderung war, eine geeignete Bindung zu finden, die meine Prothese sicher hielt. Es musste eine Lösung her, bei der ich mit meinem Prothesenfuß problemlos einsteigen konnte und gleichzeitig genug Stabilität für das Wakeboarden hatte. Dabei stieß ich schnell auf ein neues Problem: Die Prothese erzeugte eine enorme Hebelkraft, die die Bindung immer wieder beschädigte.
Aber so leicht wollte ich nicht aufgeben. Gemeinsam mit meinem Vater begann ich zu tüfteln. Wir entwickelten eine Verstärkung für die Bindung, indem wir Klettbänder verwendeten, die das Gummi der Wakeboardbindung stabilisierten. Nach einigen Experimenten hatten wir endlich eine Lösung gefunden, die hielt. Mit dieser verbesserten Bindung konnte ich sicher auf dem Board stehen – ein unglaubliches Gefühl der Freiheit.
Von da an begann für mich eine neue Reise: Ich konnte mich daran machen, die ersten Tricks zu lernen. Jeder Erfolg, jede kleine Verbesserung gab mir das Gefühl, wieder ein Stück mehr ich selbst zu sein. Der Weg war zwar nicht immer leicht, aber er hat mir gezeigt, wie wichtig es ist, sich von Hindernissen nicht aufhalten zu lassen.
Da ich nicht oft die Möglichkeit hatte, mit meinem Wakeboard aufs Wasser zu gehen, musste ich kreativ werden, um zu trainieren. Es war klar, dass ich eine andere Möglichkeit brauchte, um die Bewegungsabläufe zu üben, die später auf dem Wakeboard wichtig sein würden. Schließlich kam ich auf die Idee, ein großes Trampolin zu nutzen. Dort konnte ich Sprünge und Rotationen so lange üben, bis sie sich fast automatisch anfühlten – immer mit dem Ziel vor Augen, diese später auf dem Wasser umzusetzen.
All die Mühe zahlte sich aus: 2005 war es dann endlich soweit. Am Boot von Reto gelang mir mein erster „Tantrum“ – ein unbeschreibliches Gefühl! Der Moment, in dem alles, worauf ich so lange hingearbeitet hatte, endlich funktionierte, war pure Freude und ein riesiger Motivationsschub.
Nach meiner Schulausbildung, genauer gesagt nach dem Abschluss der Mittleren Reife, hatte ich eigentlich vor, einen elektrotechnischen Beruf zu erlernen. Doch durch meine Amputation ergaben sich neue Perspektiven – insbesondere durch die Verbindung zum Sanitätshaus Nonnengäßer & Tebbi in Donzdorf. Schon während meiner Schulzeit hatte ich die Gelegenheit, ein wenig über dieses Berufsbild zu erfahren.
Da ich mich durch meine eigene Situation ohnehin intensiv mit dem Thema Prothetik auseinandersetzen musste, wuchs mein Interesse immer mehr. Schließlich entschied ich mich, einen Ferienjob in der Firma zu machen, um einen tieferen Einblick zu bekommen. Diese Erfahrung war ein echter Augenöffner für mich. Nach den ersten Wochen war mir klar: Genau das ist der Beruf, der zu mir passt. Hier konnte ich meine eigenen Erfahrungen nutzen, um anderen zu helfen – und das fühlte sich einfach richtig an.
Berufsausbildung
So habe ich von September 2006 bis Januar 2009 meine Berufsausbildung zum Orthopädiemechaniker und Bandagisten bei der Firma Nonnengäßer & Tebbi in Donzdorf absolviert. Durch meine eigene Amputation konnte ich nicht nur wertvolle Erfahrungen im Umgang mit Prothesen einbringen, sondern auch ein besonderes Einfühlungsvermögen gegenüber den Bedürfnissen der verschiedenen Prothesenträger entwickeln.
Meine Ausbildung war von Anfang an breit gefächert und umfasste viele Bereiche. Von der Anfertigung von Schuheinlagen über die Versorgung mit Orthesen bis hin zur Prothetik – ich durfte in alle Bereiche intensiv eintauchen. Besonders spannend war für mich, dass mein Ausbildungsbetrieb sich unter anderem auf sensomotorische Einlagen im Sportbereich spezialisiert hatte. In Verbindung damit gab es sogar einen Laufschuh-Shop. Die Beratung bei Laufschuhen und die Versorgung von Sportlern ermöglichten mir, viele wertvolle Erfahrungen im Bereich der Ganganalyse zu sammeln.
Auch im Bereich der Orthetik war das Aufgabengebiet sehr vielseitig. Wir betreuten verschiedene Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen, was mir half, noch mehr über die unterschiedlichen Anforderungen und Versorgungsmöglichkeiten zu lernen.
Doch besonders der Bereich der Prothetik begeisterte mich. Hier wurde ich intensiv ausgebildet und hatte schon früh die Gelegenheit, mit den verschiedensten und hochwertigsten Versorgungslösungen zu arbeiten. Die Arbeit mit anderen amputierten Menschen machte mir von Anfang an großen Spaß, sodass für mich schnell klar war, dass ich mich in diese Richtung spezialisieren wollte.
Nach Abschluss meiner Ausbildung wurde mir dann ein besonderes Vertrauen entgegengebracht: Ich erhielt die vollständige Leitung der Unterschenkel-Prothetik. Das war für mich eine großartige Bestätigung meiner Leidenschaft und meines Engagements in diesem Bereich.
Gesellenprüfung
Die Auszeichnung wurde mir bei einer feierlichen Zeremonie im Haus der Handwerkskammer der Region Stuttgart überreicht. Es war ein unvergesslicher Moment, als ich die Urkunde für den Kammersieg entgegennehmen durfte – eine großartige Bestätigung meiner Arbeit und meines Engagements.
Als Kammersieger hatte ich die Ehre, mit meinem Gesellenstück an einem weiteren Wettbewerb auf Landesebene teilzunehmen. Dort wurde meine Arbeit erneut genau unter die Lupe genommen. Und auch hier konnte ich die Jury überzeugen: Ich wurde zum 1. Landessieger in meinem Beruf, Orthopädiemechaniker und Bandagist, gekürt.
Dieser Erfolg brachte mich schließlich zum abschließenden Bundeswettbewerb, bei dem ich mit einem stolzen 2. Platz abschloss. Damit konnte ich auf eine äußerst erfolgreiche und lehrreiche Ausbildung zurückblicken, die mir nicht nur viele wertvolle Fähigkeiten vermittelt, sondern auch meine Leidenschaft für diesen Beruf noch mehr gestärkt hat.
Meisterprüfung
Mit 194 von 200 erreichbaren Punkten konnte ich in meinem Jahrgang die höchste Punktzahl erzielen – ein Ergebnis, auf das ich wirklich stolz bin. Die letzten Tage vor der Prüfung waren zwar alles andere als entspannt und haben mich einige Stunden Schlaf gekostet, doch die harte Arbeit hat sich am Ende definitiv gelohnt.
Am Freitag, den 24. Februar 2012, wurde das Ergebnis offiziell bekannt gegeben. Bei der feierlichen Übergabe der Meisterbriefe war es ein besonderer Moment, diesen Erfolg gemeinsam mit meinen Mitschülern und Lehrern zu feiern. Zum Abschluss gab es noch eine schöne Feier, die den Abend perfekt abrundete – auch wenn ich selbst nur kurz bleiben konnte. Dieser Tag bleibt für mich ein Meilenstein in meiner beruflichen Laufbahn.
Aktuelle Tätigkeit
Seit 2009 bin ich bei der Firma Rahm mit Sitz in Troisdorf tätig, einem der größten Sanitätshäuser Deutschlands mit über 700 Mitarbeitern und 38 Filialen. Hier konzentriere ich mich ausschließlich auf den Bereich der Beinprothetik – eine Spezialisierung, die mir besonders am Herzen liegt. Gleichzeitig bietet mir der Familienbetrieb die Möglichkeit, meinen Beruf optimal mit meinem Leistungssport zu verbinden.
Ein zentraler Teil meiner Arbeit ist die klassische Versorgung unserer Kunden mit Beinprothesen. Doch ein ebenso großer Schwerpunkt liegt in unserer Gehschule Protheofit. Dort arbeite ich eng mit spezialisierten Physiotherapeuten zusammen, die mit den Kunden an ihrer Mobilität arbeiten. Meine Aufgabe ist es, die technische Komponente zu perfektionieren und die Prothesen genau auf die individuellen Bedürfnisse abzustimmen.
Ein weiterer wichtiger Aspekt meiner Tätigkeit sind die Erstgespräche in Krankenhäusern. Hier unterstütze ich Menschen, die gerade erst eine Amputation hinter sich haben, und kläre sie über die nächsten Schritte sowie die Möglichkeiten mit einer Prothese auf. Diese Gespräche sind oft geprägt von Unsicherheiten und Ängsten, weshalb es mir besonders wichtig ist, einfühlsam und unterstützend zur Seite zu stehen.
Insgesamt bietet mir meine Arbeit ein abwechslungsreiches und spannendes Aufgabengebiet, das mich täglich neu motiviert – nicht zuletzt durch die Zusammenarbeit mit einem engagierten und motivierten Team.
Motivational Speaker
Ein Moment kann alles verändern. Doch was passiert, wenn die Welt plötzlich stillsteht?
Der Vortrag beginnt mit einer Reise zu dem Tag, der sein Leben für immer veränderte – dem Unfall, bei dem er seinen rechten Unterschenkel verlor. Offen und eindrucksvoll schildert er seinen Weg vom plötzlich amputierten Jugendlichen zurück an die Weltspitze der Leichtathletik und welche Schlüsselrolle Resilienz dabei spielte.
„Keine Theorie. Keine Motivationsfloskeln.
Sondern eine echte Geschichte, die berührt, wachrüttelt und nachhaltig bewegt.“
Mit eindrucksvollen Beispielen und praxiserprobten Strategien aus dem Spitzensport zeigt er, wie Teams widerstandsfähiger werden, Führung unter Druck gelingt und ambitionierte Ziele tatsächlich erreicht werden.
Ein Vortrag für alle, die Krisen als Katalysator für Wachstum nutzen und sich in einer dynamischen Welt immer wieder neu erfinden wollen.
Ich freue mich darauf, mehr über Ihr geplantes Event zu erfahren.
Kontaktieren Sie mich gern für ein unverbindliches Kennenlernen.
Sportliche Erfolge
Paralympics Games
- Paris 2024: Goldmedaille im Weitsprung T64 – 8,13 m
- Tokio 2020: Goldmedaille im Weitsprung T64 – 8,18 m
- Rio 2016: Goldmedaille im Weitsprung T44 – 8,21 m mit neuem paralympischen Rekord
- Rio 2016: Goldmedaille in der Staffel 4 × 100 m T42-47 mit neuem Europarekord
- London 2012: Goldmedaille im Weitsprung T44 – 7,35 m (WR)
- London 2012: Bronzemedaille in der Staffel 4 x 100 m T42-46
Para Athletics World Championships
- New Delhi, Indien 2025: Goldmedaille im Weitsprung T64 – 8,43 m
- Kobe, Japan 2024: Goldmedaille im Weitsprung T64 – 8,30 m
- Paris 2023: Goldmedaille im Weitsprung T64 mit neuem Championship-Rekord 8,49 m
- Doha 2019: Goldmedaille im Weitsprung T64 – 8,17 m
- London 2017: Goldmedaille im Weitsprung T64 (T44) – 8,00 m
- London 2017: Goldmedaille in der Staffel 4 x 100 m T42-47
- Doha 2015: Goldmedaille im Weitsprung T44 – 8,40 m (WR)
- Doha 2015: Goldmedaille in der Staffel 4×100 m T42-47
- Lyon 2013: Goldmedaille im Weitsprung T44 – 7,95 m
- Christchurch 2011: Goldmedaille im Weitsprung T44 – 7,09 m (WR)
World Para Athletics European Championships
- Bydgoszcz, Polen 2021: Goldmedaille mit neuem Weltrekord im Weitsprung T64 – 8,62 m
- Berlin 2018: Goldmedaille mit neuem Weltrekord im Weitsprung T64 – 8,48 m
- Berlin 2018: Goldmedaille in der Staffel 4 x 100 m T42-47
- Grosseto 2016: Goldmedaille im Weitsprung T44 – 7,98 m
- Grosseto 2016: Goldmedaille in der Staffel 4×100 m – T42-47 mit neuem Europarekord
- Swansea 2014: Goldmedaille im Weitsprung T42/44 – 7,63 m
- Swansea 2014: Bronzemedaille über 100m T44 11,63 sek.
- Stadskanaal 2012: Goldmedaille über 100 m T44 11,70 sek.
- Stadskanaal 2012: Goldmedaille im Weitsprung T42/44 – 6,78 m
Grand Prix Para Athletics and International Meetings
- Barcelona 2025: Goldmedaille im Weitsprung T64 – 7,98 m
- Rhede 2023: Goldmedaille im Weitsprung T64 mit neuem Weltrekord 8,72 m
- Barcelona 2023: Goldmedaille im Weitsprung T64 mit neuem Weltrekord 8,64 m
- Innsbruck 2022: Goldmedaille im Weitsprung T64 – 8,66 m
- Barcelona 2022: Goldmedaille im Weitsprung T64 – 8,15 m
- Regensburg 2022: Goldmedaille im Weitsprung T64 – 8,35 m
- Leverkusen 2022: Goldmedaille im Weitsprung T64 – 8,44 m
- Leverkusen 2022: Goldmedaille Staffel 4 x 100 m Männer mit neuem Weltrekord 40,52 sek.
- Barcelona 2019: Goldmedaille im Weitsprung T64 – 8,22 m
- Maebashi, Japan 2018: Goldmedaille im Weitsprung T64 – 8,47 m
- Barcelona 2018: Goldmedaille im Weitsprung T64 – 8,10 m
- Paris 2018: Goldmedaille im Weitsprung T64 – 8,34 m
- Innsbruck 2018: Goldmedaille im Weitsprung T64 – 8,15 m
- Schaan 2018: Goldmedaille im Weitsprung T64 – 8,14 m
- Innsbruck 2017: Goldmedaille im Weitsprung T44 – 8,13 m
- Leverkusen 2017: Goldmedaille im Weitsprung T44 – 8,05 m
- Glasgow, IAAF Indoor 2016: Goldmedaille im Weitsprung – 8,10 m
- Dubai 2015: Goldmedaille im Weitsprung T44 – 7,79 m
- Dubai 2015: Goldmedaille über 100 m T44 11,5 sek.
- Al Ain 2015: Goldmedaille im Weitsprung T44 – 8,08 m
Ehrungen und Auszeichnungen
- Sportler des Jahrzehnts 2010-2020
- 4x Silbernes Lorbeerblatt der Bundesregierung Deutschland
- Fahnenträger der deutschen Paralympics-Mannschaft in Rio de Janeiro 2016
- Pegasos Award 2025 – „Sportler mit Herz“